Die Timmelsjoch-Erfahrung

Entlang der Timmelsjoch-Hochalpenstraße wurden zwischen Moos in Passeier und Obergurgl sechs kleine museale Einrichtungen realisiert. Sie bietet für Architektur-Interessierte besondere Highlights. Die von Architekt Werner Tscholl geschaffenen Baulichkeiten führen in die gemeinsame Geschichte des Passeiertales und des Ötztales ein und greifen dabei Themen architektonisch auf (z. B. das Thema Schmuggeln). Der Zutritt zu allen sieben Stationen ist kostenlos.

Der  Granat

Auf der Timmeljochstraße direkt oberhalb Moos,  bei der Abzweigung nach Stuls, können Sie die erste Station der Timmelsjoch Erfahrung – den „Granat“ – bestaunen. Der Schauraum über einem Felshang wurde dem Granat nachempfunden, der eine geologische Gesteinsformation im Passeier ist. Auf der Aussichtsplattform haben Sie einen wunderbaren Blick auf Moos und das hintere Passeiertal. Hier erfahren Sie, dass dies die Grenze zu Mussolinis Italien war, befestigt mit sechs Bunker – ein Teil des Alpenwalls. Weiter finden Sie Information zu den höchsten Wasserfällen Südtirols oder zum kinderreichsten Dorf Europas.

Das Fernrohr

Am großen Platz unter dem Scheibkopf finden Sie die zweite Station – das „Fernrohr“. Entdecken Sie das atemberaubende 180-Grad-Panorama mit Blick auf den Naturpark Texelgruppe, auf das unberührte Seebertal und auf das Passeiertal – die Heimat des Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer. Durch das Fernrohr können Sie noch besser erkennen, wie prägnant der „Granatkogel“ mit 3.304 m und der „Hohe First“ mit 3.403 m aus dem ewigen Eis der Gletscher ragen.

Timmel_Transit

Das Museum Timmel_Transit in einer ehemaligen italienischen Militärkaserne am Timmelsjoch zeigt den Bau der Timmelsjochstraße und ist eine wichtige Ergänzung zum bestehenden Passmuseum. Dieses Museum ist durch ein Interreg-Projekt entstanden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Natur- und Kulturerbe des hinteren Passeier- und Ötztals im Sinne des nachhaltigen Wachstums und die Realisierung der grenzüberschreitenden Verbindungen.
Durch die Schaffung einer weiteren kleinen musealen Struktur auf italienischer Seite ergibt das Museumskonzept mit dem Passmuseum am Timmelsjoch erst ein Ganzes. Beide Strukturen sind mit einem Rundweg verbunden. Das Museum wurde im Jahr 2018 eröffnet. Anlass waren verschiedene Jubiläen: 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges, 50 Jahre Eröffnung Timmelsjochstraße auf italienischer Seite und über 20 Jahre Schengen-Abkommen.

Das Passmuseum

Direkt am Timmelsjoch thront das Passmuseum wie ein einzelner Fels, grenzüberschreitend von Italien nach Österreich und zugleich verbindend der beiden Tiroler Landesteile. In Anerkennung an die bemerkenswerte Leistung der Pioniere der Passstraße, erzählt das Museum die Geschichte der Timmelsjoch Hochalpenstraße vom Spatenstich bis zur Fertigstellung.

Außerdem finden Sie in der Ausstellung Wissenswertes über die Blütezeit des Handels über das Timmelsjoch zwischen Anfang 13. und bis zum Ende des 15. Jahrhunderts, über eine Fibel aus vorchristlicher Zeit u.v.m.

Der Schmuggler

Weiter auf der Hochalpenstraße wartet nach der Timmelsbachbrücke ein begehbarer Würfel auf Sie – „Der Schmuggler“. Hier erhalten Sie einen Eindruck, welchen Gefahren die Schmuggler im Hochgebirge ausgesetzt waren. Gute 10 Stunden Marsch – zumeist in der Nacht – und schwer beladen mit einer vollen Kraxen, musste ein Schmuggler auf Abwegen über das Timmelsjoch zurücklegen. Jederzeit drohte Lebensgefahr durch Lawinen, Steinschlag, Erfrieren, Absturz oder auch durch schießfreudige Zöllner.

Der Steg

Bei der Mautstation in Hochgurgl, auf Nordtiroler Seite, befindet sich „Der Steg“. Dies ist die fünfte und letzte Station der musealen Einrichtungen entlang der Passstraße. Hier finden Sie Informationen zur Landschaft und zur Siedlungsgeschichte im hochalpinen Raum von Hochgurgl/Obergurgl. Unter anderem erfahren Sie im Schauraum alles über das Naturdenkmal „Obergurgler Zirbenwald“ und über die wissenschaftliche belegte Wirkung der Zirbe auf den Menschen.

Ebenso wie der Physiker Auguste Piccard, der mit seinem Stratosphären-Heißluftballon im Mai 1931 am Gurgler Ferner notlanden musste, genießen Sie vom Steg aus ein beeindruckendes Panorama über die Ötztaler Bergwelt mit zahlreichen 3000er Gipfeln.

Weitere Informationen: die Timmelsjoch-Erfahrung